Biblia Sacra (Vulgata Clementina)

Deuteronomy

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20

20:1 si exieris ad bellum contra hostes tuos et videris equitatum et currus et maiorem quam tu habes adversarii exercitus multitudinem non timebis eos quia Dominus Deus tuus tecum est qui eduxit te de terra Aegypti

20:1 »Wenn du zum Krieg gegen deine Feinde ausziehst und Rosse und Kriegswagen, ein dir an Zahl überlegenes Heer erblickst, so fürchte dich nicht vor ihnen! Denn der HERR, dein Gott, der dich aus dem Lande Ägypten hergeführt hat, ist mit dir.

20:2 adpropinquante autem iam proelio stabit sacerdos ante aciem et sic loquetur ad populum

20:2 Und wenn ihr zum Kriege ausrückt, so soll der Priester vortreten und zum Volk so sprechen:

20:3 audi Israhel vos hodie contra inimicos vestros pugnam committitis non pertimescat cor vestrum nolite metuere nolite cedere nec formidetis eos

20:3 ›Höre, Israel! Ihr zieht heute in den Kampf gegen eure Feinde: euer Herz werde nicht verzagt! Fürchtet euch nicht und seid ohne Angst und erschreckt nicht vor ihnen!

20:4 quia Dominus Deus vester in medio vestri est et pro vobis contra adversarios dimicabit ut eruat vos de periculo

20:4 Denn der HERR, euer Gott, ist es, der mit euch zieht, um für euch mit euren Feinden zu kämpfen und euch den Sieg zu verleihen!‹

20:5 duces quoque per singulas turmas audiente exercitu proclamabunt quis est homo qui aedificavit domum novam et non dedicavit eam vadat et revertatur in domum suam ne forte moriatur in bello et alius dedicet illam

20:5 Hierauf sollen die Obmänner zu dem Kriegsvolk folgendes sagen: ›Ist jemand unter euch, der ein neues Haus gebaut und es noch nicht eingeweiht hat? Der trete ab und kehre zu seinem Hause heim, sonst könnte er im Kriege umkommen und ein anderer das Haus einweihen.

20:6 quis est homo qui plantavit vineam et necdum eam fecit esse communem et de qua vesci omnibus liceat vadat et revertatur in domum suam ne forte moriatur in bello et alius homo eius fungatur officio

20:6 Ist ferner jemand unter euch, der einen Weinberg angelegt und ihn noch nicht in Nutznießung genommen hat? Der trete ab und kehre zu seinem Hause heim, sonst könnte er im Kriege umkommen und ein anderer ihn in Nutznießung nehmen.

20:7 quis est homo qui despondit uxorem et non accepit eam vadat et revertatur in domum suam ne forte moriatur in bello et alius homo accipiat eam

20:7 Ist ferner jemand da, der sich mit einem Weibe verlobt, sie aber noch nicht geheiratet hat? Der trete ab und kehre zu seinem Hause heim, sonst könnte er im Kriege umkommen und ein anderer die Braut heimführen.‹

20:8 his dictis addent reliqua et loquentur ad populum quis est homo formidolosus et corde pavido vadat et revertatur in domum suam ne pavere faciat corda fratrum suorum sicut ipse timore perterritus est

20:8 Dann sollen die Obmänner weiter zu dem Kriegsvolk sagen: ›Ist jemand unter euch, der Angst hat und verzagten Herzens ist? Der trete ab und kehre zu seinem Hause heim, damit er seine Volksgenossen nicht ebenso mutlos macht, wie er selbst ist.‹

20:9 cumque siluerint exercitus duces et finem loquendi fecerint unusquisque suos ad bellandum cuneos praeparabit

20:9 Wenn dann die Obmänner mit ihrer Ansprache an das Kriegsvolk fertig sind, soll man Anführer an die Spitze des Kriegsvolkes stellen.«

20:10 si quando accesseris ad expugnandam civitatem offeres ei primum pacem

20:10 »Wenn du gegen eine Stadt heranziehst, um sie zu belagern, so sollst du sie zu einem friedlichen Abkommen auffordern.

20:11 si receperit et aperuerit tibi portas cunctus populus qui in ea est salvabitur et serviet tibi sub tributo

20:11 Antwortet sie dir dann in friedfertiger Weise und öffnet sie dir freiwillig die Tore, so soll die ganze Bevölkerung, die sich darin befindet, dir fronpflichtig und dienstbar werden.

20:12 sin autem foedus inire noluerint et receperint contra te bellum obpugnabis eam

20:12 Will sie aber auf ein friedliches Abkommen mit dir nicht eingehen, sondern Krieg mit dir führen, so sollst du sie belagern;

20:13 cumque tradiderit Dominus Deus tuus illam in manu tua percuties omne quod in ea generis masculini est in ore gladii

20:13 und wenn der HERR, dein Gott, sie in deine Gewalt gibt, so sollst du alle männlichen Personen in ihr mit der Schärfe des Schwerts niederhauen;

20:14 absque mulieribus et infantibus iumentis et ceteris quae in civitate sunt omnem praedam exercitui divides et comedes de spoliis hostium tuorum quae Dominus Deus tuus dederit tibi

20:14 jedoch die Weiber und Kinder, das Vieh und alles, was sonst in der Stadt ist, ihre gesamte Beute, sollst du für dich als geraubtes Gut hinnehmen und über das bei deinen Feinden Erbeutete, das der HERR, dein Gott, dir gegeben hat, frei verfügen.

20:15 sic facies cunctis civitatibus quae a te procul valde sunt et non sunt de his urbibus quas in possessionem accepturus es

20:15 So sollst du es mit allen Städten halten, die in sehr weiter Entfernung von dir liegen und die nicht zu den Städten der hiesigen Völkerschaften gehören.

20:16 de his autem civitatibus quae dabuntur tibi nullum omnino permittes vivere

20:16 Dagegen von den Städten der hiesigen Völker, die der HERR, dein Gott, dir zu eigen gibt, darfst du nichts, was Odem hat, am Leben lassen,

20:17 sed interficies in ore gladii Hettheum videlicet et Amorreum et Chananeum Ferezeum et Eveum et Iebuseum sicut praecepit tibi Dominus Deus tuus

20:17 sondern mußt den Bann unerbittlich an ihnen vollstrecken, nämlich an den Hethitern und Amoritern, den Kanaanäern und Pherissitern, den Hewitern und Jebusitern, wie der HERR, dein Gott, dir geboten hat,

20:18 ne forte doceant vos facere cunctas abominationes quas ipsi operati sunt diis suis et peccetis in Dominum Deum vestrum

20:18 damit sie euch nicht zur Nachahmung all ihrer Greuel verleiten, die sie im Dienst ihrer Götter verübt haben, und ihr euch nicht gegen den HERRN, euren Gott, versündigt.

20:19 quando obsederis civitatem multo tempore et munitionibus circumdederis ut expugnes eam non succides arbores de quibus vesci potest nec securibus per circuitum debes vastare regionem quoniam lignum est et non homo nec potest bellantium contra te augere numerum

20:19 Wenn du eine Stadt lange Zeit belagern mußt, um sie mit Waffengewalt zu erobern, so sollst du die zu ihr gehörenden Bäume nicht verderben, indem du die Axt an sie legst; sondern genieße ihre Früchte, sie selbst aber sollst du nicht umhauen; denn sind etwa die Bäume des Feldes Menschen, daß sie durch dich in Belagerungszustand versetzt werden müßten?

20:20 si qua autem ligna non sunt pomifera sed agrestia et in ceteros apta usus succide et extrue machinas donec capias civitatem quae contra te dimicat

20:20 Nur solche Bäume, von denen du weißt, daß sie keine eßbaren Früchte tragen, die darfst du vernichten und umhauen und magst von ihnen gegen die Stadt, die mit dir im Kriege liegt, Belagerungswerke aufführen, bis sie gefallen ist.«